Binaurale Beats bei Schwerhörigkeit: Warum sie meistens trotzdem wirken

Kurzantwort

Ja, in den meisten Fällen. Altersschwerhörigkeit betrifft zuerst die hohen Töne oberhalb von etwa 2000 Hertz. Binaurale Beats arbeiten mit tiefen Trägertönen, meist zwischen 200 und 500 Hertz, also in einem Bereich, der lange gut erhalten bleibt. Entscheidend ist, wie ähnlich deine beiden Ohren hören, denn der Beat entsteht aus dem Vergleich beider Seiten. Hören sie deutlich unterschiedlich, sind isochrone Töne die richtige Wahl: Sie funktionieren mit einem Ohr, mit Hörgerät und über Lautsprecher.

„Ich höre sowieso nicht mehr so gut. Bringt so etwas bei mir überhaupt etwas?“ Diese Frage stellen sich viele, und die Antwort ist erfreulich.

Die kurze Antwort

Meistens ja. Altersschwerhörigkeit und binaurale Beats bewegen sich in verschiedenen Tonhöhen.

Das Wichtigste in vier Punkten:

  • Entscheidend ist nicht, wie viel du hörst, sondern wie ähnlich deine beiden Ohren hören.
  • Hören sie ungefähr gleich: Stereo-Kopfhörer auf, leise hören, und es funktioniert sehr wahrscheinlich.
  • Hört ein Ohr deutlich schlechter, trägst du Hörgeräte oder hörst du lieber über Lautsprecher: Nimm die isochrone Fassung.
  • Der Zwei-Ohren-Test weiter unten zeigt dir in einer Minute, was zu dir passt.

Warum das so ist

Was Altersschwerhörigkeit betrifft

Der Fachbegriff lautet Presbyakusis: das langsame Nachlassen des Gehörs mit den Jahren.

Es beginnt fast immer bei den hohen Tönen. Tonhöhe wird in Hertz (Hz) gemessen, der Zahl der Schwingungen pro Sekunde; je größer die Zahl, desto höher der Ton. Leiser wird es zuerst oberhalb von etwa 2000 Hz, am deutlichsten über 4000 Hz. Deshalb fällt es vielen zuerst beim Verstehen auf: Laute wie „s“, „f“ und „sch“ liegen dort oben, und ohne sie klingt Sprache undeutlich, besonders in lauter Umgebung.

Die tiefen Töne bleiben dagegen lange gut erhalten. Ein tiefer Ton um 250 Hz ist für die meisten Menschen auch mit 65 kaum schlechter zu hören als mit 40.

Womit binaurale Beats arbeiten

Das linke Ohr hört einen Ton, das rechte gleichzeitig einen minimal anderen, etwa 200 und 210 Hz. Du hörst dann ein drittes, langsames Pulsieren im Takt des Unterschieds, hier zehnmal pro Sekunde. Es entsteht erst in deinem Gehör, wenn es beide Ohren vergleicht.

Die abgespielten Töne heißen Trägertöne, und sie müssen tief sein: meist zwischen 200 und 500 Hz. Nur dort kann das Gehör den Verlauf der Schwingungen genau genug vergleichen.

Das Schöne daran: Binaurale Beats arbeiten genau in dem Bereich, den Altersschwerhörigkeit am längsten verschont.

Worauf es wirklich ankommt

Der Beat entsteht aus einem Vergleich, und dafür braucht es zwei Ohren, die ähnlich gut hören. Hört eines im tiefen Bereich deutlich schlechter, kommt der Vergleich nicht zustande, ganz gleich, wie laut du stellst.

Man spricht dann von einer asymmetrischen Hörminderung. Sie ist häufig, etwa nach einseitiger Lärmbelastung im Beruf, nach einem Hörsturz oder einfach, weil ein Ohr schneller altert. Für diesen Fall gibt es eine Fassung, die genauso gut für dich funktioniert.

Die Alternative: isochrone Töne

Ein isochroner Ton braucht keinen Vergleich zwischen zwei Ohren. Der Puls steckt im Klang selbst: Ein einzelner Ton schwillt rhythmisch an und ab, bei 10 Hz zehnmal pro Sekunde.

Deshalb gilt:

  • Er funktioniert mit einem Ohr.
  • Er funktioniert über Lautsprecher.
  • Er funktioniert mit Hörgeräten zuverlässig.
  • Viele nehmen ihn als kräftiger wahr, weil der Puls schon im Klang liegt.

Mehr zum Unterschied findest du unter Isochrone Töne oder binaurale Beats.

Der Zwei-Ohren-Test in einer Minute

  1. Setz Stereo-Kopfhörer auf und starte eine binaurale Session, leise.
  2. Hör 30 Sekunden. Spürst du ein langsames Pulsieren oder Schweben in der Mitte des Kopfes?
  3. Wenn ja, nimm kurz eine Muschel ab. Läuft der Ton weiter, während das Pulsieren verschwindet, funktioniert binaural bei dir.
  4. Hörst du nur zwei glatte Töne, dreh den Kopfhörer um, sodass die Seiten vertauscht sind, und hör noch einmal 30 Sekunden.
  5. Klingt es jetzt deutlich anders, hören deine Ohren wahrscheinlich unterschiedlich. Dann ist die isochrone Fassung genau richtig für dich.

Gut zu wissen: Der Test ersetzt keine Hörmessung. Wenn du auf einem Ohr merklich schlechter hörst, lass das einmal in einer HNO-Praxis anschauen. Bei plötzlicher Hörverschlechterung, Ohrgeräuschen oder Schwindel geh bitte zeitnah hin, denn ein Hörsturz sollte schnell behandelt werden.

Warum es bei Vaetheris jede Session zweimal gibt

Genau deshalb gibt es jede Session in binauraler und isochroner Fassung, ohne Aufpreis. So findest du selbst heraus, was bei dir am schönsten ankommt.

Beide Fassungen warten schon an Tag 1 auf dich. Der Weg dorthin beginnt mit deinem Profil.

Gut zu wissen

Die Inhalte hier dienen der Information, der Entspannung und dem Wohlbefinden und ersetzen keine ärztliche oder therapeutische Behandlung. Halten Erschöpfung, Niedergeschlagenheit oder Schlafprobleme länger an, sprich bitte mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt.

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Häufige Fragen zu diesem Thema

Funktionieren binaurale Beats mit Hörgeräten?

Eher eingeschränkt. Hörgeräte verarbeiten den Klang aktiv und stimmen sich zwischen den Seiten ab. Dabei verändert sich die feine Beziehung zwischen links und rechts, auf die der binaurale Effekt angewiesen ist. Mit isochronen Tönen bist du auf der sicheren Seite.

Woran merke ich, ob der Beat bei mir ankommt?

Du spürst ein langsames, gleichmäßiges Pulsieren oder Schweben in der Mitte des Kopfes. Nimm zur Kontrolle eine Ohrmuschel ab: Verschwindet das Pulsieren, während der Ton weiterläuft, kommt der Beat bei dir an.

Ich höre auf einem Ohr schlechter. Bringt es trotzdem etwas?

Ja. Die Klang-Session kann dich trotzdem zur Ruhe bringen. Nimm dafür die isochrone Fassung: Dort steckt der Puls im Klang selbst, und sie funktioniert auch mit einem Ohr.